Noch bis zum 4. Mai zeigt das Münchner Lenbachhaus über 200 Werke Paul Klees, die 1933 entstanden sind und auf subtile, aber dennoch kritische Weise das Hereinbrechen des Nationalsozialismus thematisieren. Dazu gehört eine große Gruppe Bleistiftzeichnungen, die mit ihren scheinbar realistisch-figürlichen Motiven eine Sonderstellung in Klees Schaffen einnehmen. Zwischen März und Oktober 1933 entstanden, bilden sie die größte zusammenhängende Bildgruppe in Klees Oeuvre überhaupt.
Zum ersten Mal überhaupt werden 100 der etwa 240 Zeichungen der Öffentlichkeit präsentiert. Sie werden durch einzelne prominente Gemälde ergänzt. Viele Zeichungen verfremden mit den Verfahren der Parodie und Farce Gegenstände der römisch-griechischen Antike, um gegen den Faschismus Stellung zu beziehen. Etliche Blätter erinnern an Kinderzeichnungen, die jedoch unverhohlen Antisemitismus, gesellschaftliche Militarisierung und Untertanengeist geisseln. Immer wieder problematisieren die Bilder die Frage nach Macht oder Ohnmacht des Künstlers nach der "nationalsozialistischen Revolution", so Klee.
Die Ausstellung revidiert das Bild Klee als unpolitischen Künstler nachhaltig. Begleitend ist ein spannender Katalog erschienen.