die neue ausgabe des jugend-webmagazins fluter.de beschäftigt sich mit dem thema "glaube". nun kann mensch dessen wertigkeit unter dem vorwand abtun, es handle sich um ein typisches steckenpferd von pädagogisch orientierten jugendeinrichtungen und organen. es könnte aber auch sein, dass ihm/ihr dabei einige schöne gedankenimpulse entgehen: etwa beschreibt ein artikel drei filme lars von triers, die den radikalen glauben an die leidenschaft verhandeln. weiters wird pier paolo pasolinis sozialkritisch-marxistische sicht auf das "evangelium nach matthäus" in einem artikel erläutert. [mehr]
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auch in österreich ist die inflationäre verwendung des linken topos "revolution" bzw. bestimmter ikonen wie che guevara und karl marx in der werbung gut bekannt. unlängst erst versprach "t-mobile" ihren kunden/innen die "kostenrevolution" und unterstrich die botschaft mit ausschnitten aus dem film "panzerkreuzer potemkin". über 1000 beispiele dokumentieren nun diesen diskurs des "radical chic" in der ausstellung "so geht revolution", für die der kulturwissenschaftler rudi maier entsprechendes material gesammelt hat. sie ist an mehreren orten in deutschland und der schweiz zu sehen, leider vorerst nicht in österreich.....>>>>>
auch heuer werden wir gebannt vor den fernseh- oder radiogeräten sitzen und staunen über text und kritik. es handelt sich um eine arena: einen kampf um werte und wertungen, um sprache und ansprache, um zuschauer und zuschauerinnen. die übertragungen laufen ab morgen u. a. auf 3sat.
alexander kluge ist schriftsteller, theoretiker, filmemacher, initiator des programmbetreibers DCTP (development company for television programm) und gestalter bei diversen fernsehmagazinen desselben. seine formate sollen im rahmen eines "fernsehen der autoren" (in anlehnung an den "autorenfilm") auf deutschen privatkanälen wie VOX, RTL und SAT1 platz schaffen für stimmen abseits der konfektion. mit seinen konzepten kann kluge nun reüssieren:
nicht nur wurde ihm unlängst der georg büchner-preis für sein literarisches werk zuerkannt; auch feiert DCTP dieser tage sein 15jähriges bestehen und beweist damit neben kultureller eigenwillig- auch wirtschaftliche standfestigkeit (zumindest die nächsten zwei jahre noch, so lange der vertrag mit den privatsendern läuft).
die aktuelle ausstellung "körpergedächtnis. unterwäsche einer sowjetischen epoche." zwingt geradezu, das verhältnis zwischen kulturwissenschaftlicher arbeit und der einflussnahme von sponsoren auf dieselbe zu thematisieren.
      
oder konkret und direkt gefragt: wo hört die seriöse arbeit auf und beginnt die prostitution? - dabei klingt diese frage eigentlich so richtig spießig. und dennoch ist sie aktueller denn je, nicht zuletzt durch die zunehmende forderung von seiten der politik an wissenschaft und kunst, sich doch bei geldmangel besser an die wirtschaft als an den staat zu wenden.... >>>>
Reingestellt von: prinz elisabeth um: 29.4.03; 21:04:12 Uhr
aus dem Bereich videothek
senf dazu im Forum (2 Antworten) ?? ??
Der Körper speichert nicht nur Geschmack und Geruch, sondern auch die Materialität dessen, was er trägt: kratzende Wäsche,
einschnürende Mieder, scheuernde Gummis, rutschende Träger, kühlende Seide, wärmende Wolle. [...] Die Ausstellung „Körpergedächtnis“ holt diese Spuren vor dem Hintergrund der kommunistischen Epoche ans Tageslicht. Sie zeigt Unterwäsche, die in Russland und der UdSSR von 1917 bis 1991 hergestellt wurde bzw. dort in Gebrauch war.>>>>
noch bis 27. märz werden bei arte frühwerke aus stanley kubricks schaffen ausgestrahlt, darunter auch zwei literaturverfilmungen; weshalb sich dieser regisseur auch mit dem verhältnis zwischen literarischem text und filmischer umsetzung auseinandergesetzt hat:
"Of course, the quality of the writing is one of the elements that make a novel great. But this quality is a result of the quality of the writer´s obsession with his subject, with a theme and a concept and a view of life and an understanding of character. [Σ] The dramatising has to find a style of its own, as it will do if it really grasps the content. And in doing this it will bring out another side of that structure which has gone into the novel." >>>>
warren schmidt ist nicht nur 66 jahre alt und soeben pensioniert worden; er ist vor allem ein alter mann. die steife aufrechte haltung, die bemühte mimik, die herabfallenden lider und nicht zuletzt der armselige ohrenscheitel über der glatze sprechen nicht gerade für große hoffnungen, die der protagonist für seine verbleibende lebenszeit noch hegt. dennoch entwickelt dieser film mit der leistung jack nicholsons im mittelpunkt eine ironische zutraulichkeit zu diesem charakter und gewährt uns einblicke in momente stupider phrasenhaftigkeit, tiefer melancholie und grotesk aufflackernder lebensfreude dieses abgelebten warren schmidt... >>>>
Noch bis zum 4. Mai zeigt das Münchner Lenbachhaus über 200 Werke Paul Klees, die 1933 entstanden sind und auf subtile, aber dennoch kritische Weise das Hereinbrechen des Nationalsozialismus thematisieren. Dazu gehört eine große Gruppe Bleistiftzeichnungen, die mit ihren scheinbar realistisch-figürlichen Motiven eine Sonderstellung in Klees Schaffen einnehmen. >>>>
Reingestellt von: Nicole um: 22.2.03; 22:25:02 Uhr
aus dem Bereich videothek
senf dazu im Forum ?? ??
flashkino nennt sich ein projekt in berlin, bei dem animationsfilme aus dem web zu thematischen blöcken montiert und auf großbildleinwand vorgeführt werden. der titel wird dabei betont traditionell eingeholt: verschiedenste flashanimationen werden um den kino-mehrwert bereichert, indem sie >>>a)zur abendfüllenden programmeinheit kompiliert und
>>>b)als ein/zweimaliges ereignis inszeniert werden. >>>>
michael moore ist seit seinem film "roger & me" von 1989 auch bei uns als sozialkritischer und satirischer filmemacher ein begriff. damals ging er mit viel biss und beharrlichkeit der frage auf den grund, warum sich große konzerne wie ford die löhne der amerikanischen arbeiter/innen nicht mehr leisten, deren armut und verelendung aber verantworten können. in seinem neuen film
`bowling for colombine´ geht es nicht um arbeit als klassisches thema der sozialkritik; michael moore wagt sich nunmehr an ein - vor allem US-amerikanisches - phänomen heran, das zunächst einmal einen außerordentlichen symbolisch-kulturellen wert besitzt: die waffe. [rezension] >>>>
hr. dichand: "ich glaube, dass die österreicher sehr tierfreundlich sind, überhaupt gefühlsbetont, wissen sie? und das macht sie auch zu menschenfreunden. es wird uns zwar nachgesagt, da gibt's rassismus und alles mögliche, das stimmt alles nicht. und so sind wir also natürlich die tierfreundlichste zeitung von österreich. aber ich glaube, von der ganzen welt auch..." >>>> [mehr unglaubliches]
fr. prinz: "...als ich das im standard gelesen habe, dachte ich gleich: wie der bernhard!"
fr. dietrich: "na umgekehrt: der bernhard hat nur gut abgeschrieben."
wer kennt noch nicht die lässige und kluge tatort-kommissarin charlotte lindholm? sie entbehrt keineswegs einer gewissen entschiedenheit, die vielleicht in größerem maße der forschen und oftmals impulsiv handelnden lena odenthal zugeschrieben wird. am wenigsten emotional geleitet scheint sowieso der beiläufige zyniker in pension, paul stoever, zu sein. ohne seinen umso softeren "alter ego"-kollegen peter brockmöller sähe er aber doch sehr einsam und weniger tatkräftig aus. und schließlich nehmen wir auch immer wieder gerne an den krisen des "alten ehepaares" ivo batic und franz leitmayr mit großer (schaden)freude teil, oder?!
war gerade mit robert in final fantasy: leider nur im kolosseum und deswegen nicht so richtig umwerfend soundseitig. aber: toller film; mit unglaublicher liebe zum detail (lydia, du hast recht, was fuer texturen) und einer schoenen und auch gar nicht so flachen geschichte. eigentlich schon fast zu spirituell, um im kino verstanden zu werden. lohnt sich anzuschauen, aber läuft im hauptabendprogramm (um 20.00 rum) gar nicht mehr. also: schnell hingehen!
lautet das thema einer veranstaltung am 27. und 28. september auf der universität für angewandte kunst. es soll um die "fernsehkultur der spätmoderne" gehen, also um TV-formate wie "big brother" und "taxi orange". am donnerstag abend wird barbara sichtermann einen vortrag halten, freitags verlagert sich die kulturwissenschaftliche enquete selbst in einen container: bei einer diskussion u. a. zwischen klara löffler, herbert hrachovec und birgit sauer entscheidet das publikum, wer geht.
aus aktuellem anlass lautet das thema: "bilder von der wirklichkeit? zur konstruktion von fernseh-realitäten.