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Indiens Beitrag zu Österreichs Staatsvertrag

Author:   die direktion  
Posted: 5/15/05; 9:34:08 PM
Topic: Indiens Beitrag zu Österreichs Staatsvertrag
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aus einem orf.at beitrag

Indien hat hinter den Kulissen einen sehr wichtigen Beitrag zum Zustandekommen des österreichischen Staatsvertrages geleistet. Das geht aus den Memoiren des verstorbenen Bundeskanzlers Bruno Kreisky hervor, der als Staatssekretär (ab 1953) an allen Verhandlungen beteiligt war.

Es war nämlich der indische Premierminister Jawaharlal Nehru, der auf Wunsch der Bundesregierung die Sowjetunion über die Bereitschaft Österreichs informierte, gegebenenfalls eine Erklärung abzugeben, dass es weder Militärbündnissen beitreten noch ausländische Stützpunkte auf seinem Territorium zulassen werde.

Treffen mit Nehru in der Schweiz

Wie Kreisky in seinen Lebenserinnerungen ("Zwischen den Zeiten" und "Im Strom der Politik") festhielt, hatte Bundeskanzler Julius Raab Außenminister Karl Gruber ausdrücklich ermächtigt, Nehru bei einem Treffen auf dem Bürgenstock bei Luzern in der Schweiz um Vermittlung in Moskau zu bitten. Der indische Regierungschef nahm lebhaften Anteil an

Österreichs Schicksal unter vierfacher Besatzung.

In Wien war man daher glücklich, sich bei den Kontakten mit der sowjetischen Regierung der guten Dienste Indiens bedienen zu können. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Krishna Menon, der damalige Botschafter in Moskau und spätere Minister. Ihm fiel die Aufgabe zu, die sowjetische Haltung zu einer möglichen österreichischen Neutralitätserklärung zu sondieren. Zu Beginn stieß er jedoch beim sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow auf taube Ohren.

Kreisky: "Nehru einer meiner Lehrmeister"

"Bereits in den zwanziger Jahren hatte ich mich für die Fragen des Imperialismus und Kolonialismus zu interessieren begonnen (...) Besonders aufregend war der Unabhängigkeitskampf Indiens, über den wir auch aus Schriften Nehrus viel erfuhren", erinnert sich Bruno Kreisky und fügt hinzu: "Nehru war sehr früh einer meiner Lehrmeister geworden. Der Briefwechsel mit seiner Tochter Indira gehört für mich noch heute zum Eindrucksvollsten, was es an politischer Literatur gibt..."

Abendessen mit Chruschtschow und Castro

1955 besuchte Nehru, wenige Wochen nach der Staatsvertragsunterzeichnung, Österreich. Im Oktober 1960 lud der indische Premier den österreichischen Außenminister Kreisky zur Teilnahme an einem Abendessen ein, das er am Rande der UNO-Vollversammlung in New York zu Ehren des sowjetischen Partei- und Regierungschefs Nikita Chruschtschow und des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro gab.

"Freundschaft und Sympathie"

Im Jahr 1962 gründete Kreisky in Verwirklichung einer Idee Nehrus das Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (VIDC) (dem derzeit die Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer vorsteht) als internationale Einrichtung des Nord-Süd-Dialogs. Mit Nehrus Tochter, der ermordeten Premierministerin Indira Gandhi, verband Kreisky tiefe "Freundschaft und Sympathie". 1984 wurde dem Altbundeskanzler der Jawaharlal-Nehru-Preis, eine der höchsten Auszeichnungen Indiens, verliehen. (Quelle: APA)

http://2005.orf.at/heute/stories/35636/

 

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