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Die Direktion
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Posted: 11/13/00; 3:20:15 AM

16. YÜ / DIE BEGEISTERUNG
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oben Dschen, das Erregende, der Donner |
| unten Kun, das Empfangende, die Erde |
Die starke Linie auf viertem Platz, dem Platz des leitenden Beamten, findet
bei allen den andern schwachen Linien Entgegenkommen und Gehorsam. Das obere
Urzeichen, Dschen, hat die Bewegung zur Eigenschaft, das untere, Kun, den Gehorsam,
die Hingebung. Es wird also eine Bewegung begonnen, die auf Hingebung stößt
und daher mitreißend, begeisternd wirkt. Von großer Bedeutung ist
ferner das Gesetz von der Bewegung auf der Linie des geringsten Widerstandes,
das in diesem Zeichen ausgesprochen ist als Gesetz für Naturgeschehen und
Menschenleben.
DAS URTEIL
Die Begeisterung. Fördernd ist es,
Gehilfen einzusetzen und Heere marschieren zu lassen.
Die Zeit der Begeisterung beruht darauf, daß ein bedeutender Mann da
ist, der in Fühlung mit der Volksseele ist und in übereinstimmung
mit ihr handelt. Darum findet er allgemeinen, willigen Gehorsam. Um Begeisterung
zu wecken, ist es daher nötig, daß man sich mit seinen Anordnungen
nach der Natur der Geführten richtet. Auf dieser Regel der Bewegung auf
der Linie des geringsten Widerstandes beruht die Unverbrüchlichkeit der
Naturgesetze. Sie sind nicht etwas außerhalb der Dinge, sondern die den
Dingen immanente Harmonie der Bewegung. Darum weichen die Himmelskörper
nicht ab von ihren Bahnen, und alles Naturgeschehen vollzieht sich in fester
Regelmäßigkeit. In ähnlicher Weise liegen die Dinge auch in
der menschlichen Gesellschaft. Auch hier werden sich nur solche Gesetze durchführen
lassen, die im Volksempfinden ihre Wurzel haben, während Gesetze, die diesem
Empfinden widersprechen, nur Erbitterung wecken.
Die Begeisterung ermöglicht dann auch, Gehilfen einzusetzen zur Durchführung
der Arbeiten, ohne daß geheime Gegenwirkungen zu befürchten sind.
Die Begeisterung ist es auch, die Massenbewegungen, wie im Krieg, so zu vereinheitlichen
vermag, daß sie den Sieg erlangen.
DAS BILD
Der Donner kommt aus der Erde hervorgetönt:
das Bild der Begeisterung.
So machten die alten Könige Musik,
um die Verdienste zu ehren,
und brachten sie herrlich dem höchsten Gotte dar,
indem sie ihre Ahnen dazu einluden.
Wenn der Donner, die elektrische Kraft, zu Beginn des Sommers wieder aus der
Erde hervorgerauscht kommt und das erste Gewitter die Natur erfrischt, so löst
sich eine lange Spannung. Erleichterung und Freude greifen Platz. Ähnlich
besitzt die Musik die Macht, die Spannung im Herzen, der dunklen Gefühle
Gewalt zu lösen. Die Begeisterung des Herzens äußert sich unwillkürlich
im Laut des Gesanges, in Tanz und rhythmischer Bewegung des Körpers. Von
alters her wurde die begeisternde Wirkung des unsichtbaren Klanges, der die
Herzen der Menschen bewegt und vereint, als Rätsel empfunden. Die Herrscher
benützten diese natürliche Neigung zur Musik. Sie erhöhten und
ordneten sie. Die Musik galt als etwas Ernstes, Heiliges, sie sollte die Gefühle
der Menschen reinigen. Sie sollte die Tugenden der Helden preisen und so die
Brücke schlagen zur unsichtbaren Welt. Im Tempel nahte man Gott mit Musik
und Pantomimen (aus denen sich später das Theater entwickelt hat). Die
religiösen Gefühle gegen den Schöpfer der Welt wurden vereinigt
mit den heiligsten menschlichen Gefühlen, den Gefühlen der Ehrfurcht
vor den Ahnen. Sie wurden eingeladen zu diesen Gottesdiensten als Gäste
des Himmelsherrn und Vertreter der Menschheit in jenen höheren Regionen.
Indem so die eigene Vergangenheit mit der Gottheit verknüpft wurde in weihevollen
Momenten religiöser Begeisterung, schloß sich das Band zwischen Gottheit
und Menschheit. Der Herrscher, der in seinen Ahnen die Gottheit verehrte, war
dadurch der Sohn des Himmels, in dem die himmlische und die irdische Welt sich
mystisch berührten. Diese Gedanken sind die letzte und höchste Zusammenfassung
der chinesischen Kultur. Meister Kung selbst sagte von dem großen Opfer,
bei dem diese Bräuche vollzogen wurden: »Wer dieses Opfer ganz verstünde,
der könnte die Welt regieren, als drehte sie sich auf seiner Hand.«
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